Drei Veranstaltungen, ein Thema
– Selbsthilfe unser Leben -
Drei Veranstaltungen, an denen wir im Mai teilnahmen, brachten uns nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch viele interessante Gespräche zum Thema Selbsthilfe.
Die erste Veranstaltung war unser 31. Gesundheitstag des Saalekreises am 8. Mai 2025 im Merse-Center Merseburg. Es nahmen außer uns noch weitere Selbsthilfegruppen (SHG) teil. Von 10 bis 14 Uhr gaben Mitglieder unserer Gruppe am Stand Auskunft zu Tinnitus, Hyperakusis, Morbus Menière und Schwerhörigkeit. Das nutzten auch viele Besucher. Wir beantworteten zahlreiche Fragen, die sich mit dieser Problematik beschäftigten, und erläuterten, welche Erfahrungen unsere Gruppe damit hat.
Die verschiedenen Flyer zu diesen Themen nahmen unsere Besucher nach Hause mit, sicher um noch einmal alles in Ruhe nachzulesen. Interesse zeigten Besucher auch am Wirken unserer SHG. Wir sind gespannt, ob der eine oder andere den Weg zu unseren Treffen findet.
Ein Überblick über die anderen Stände mit deren Themen und Angeboten stieß auf breites Interesse und regte lebhafte Gespräche an. Die Vielfalt unserer Selbsthilfegruppen und der anderen Gesundheitssparten, die sich beteiligten, begeisterte uns. Nicht nur wir konnten uns einen schönen Überblick über die Hilfsmöglichkeiten machen.
Die Zeit verging wie im Fluge. Um 14 Uhr wurden dann alle Stände abgeräumt, das restliche Material wieder verpackt und vor dem Nachhauseweg gönnten wir uns noch ein Eis und ließen die vergangenen Stunden Revue passieren.
Bericht zur ersten Veranstaltung: Renate Scherpe (im Namen aller Aktiven unserer SHG).
Die zweite Veranstaltung gehörte zur Woche der Selbsthilfe des Paritätischen. Das Motto der diesjährigen inzwischen dritten Mitteldeutschen Selbsthilfekonferenz des Paritätischen Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt am 17. Mai 2025 im Leipziger Kubus lautete
„Wir hilft – Selbsthilfe stärkt unser Leben“.
Nach der Eröffnung durch den Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, Herrn Michael Richter, sowie den Vertreter der AOK Plus, Herrn Heiko Kotte, wurden uns die Grüße des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Herrn Michael Kretschmer, der auch die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hat, per Video übermittelt.
Außerhalb des Rahmenprogramms standen uns verschiedene Vorträge und Gesprächsforen zur Verfügung, die wir im Vorfeld auswählten. Auf den Vortrag von Dr. Silvia Steiner „Wie ich durch bewusstes Essen meine körperliche und mentale Gesundheit stärken kann“ und das Gesprächsforum mit Hendrik Radke „Freizeit für alle – aber wie barrierefrei ist unsere Gesellschaft wirklich?“ fiel unsere Wahl. Sie brachten uns viele neue Erkenntnisse und Informationen, sowie Raum für den Austausch.
In den Pausen konnten wir uns stärken und weitere interessante Gespräche führen. Zum Abschluss gab es noch etwas für die Seele und unsere Lachmuskeln. Tan Caglar, Schauspieler und Comedian, zeigte uns seine Sicht auf den Umgang mit Behinderung in unserer Gesellschaft auf humorvolle Art.
Ein toller Tag mit neuen Erkenntnissen und guten Gesprächen.
Die dritte Veranstaltung in diesem aufregenden Monat fand im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Selbsthilfe statt. Für unser Gruppentreffen am 21. Mai 2025 war ein Vortrag zum Thema „Hörbar leichter leben – Tinnitus verstehen und wirksam begegnen“ geplant und auch Außenstehende waren eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Es sollte ein interessantes Gruppentreffen werden, das hybrid stattfand: Drei Gäste waren online zugeschaltet und verfolgten den Vortrag am Computer, während mit uns vor Ort drei weitere Gäste teilnahmen. Steffen Guse und seine Kollegin Sandy Keydel von der „Hörwelt“ Bad Lauchstädt, die im letzten Jahr mit weiteren Kollegen unseren Tinnitus-Infotag besuchten, waren gerne bereit, uns neue Möglichkeiten der Hörgeräte und des Hörtrainings näher zu bringen.
Mit ihrem breiten Spektrum an Wissen und Erfahrungen konnten sie viele Fragen zu Hörgeraten, Hörtraining beantworten. Auch Fragen der Möglichkeiten der Tinnitus Überdeckung mit neuen Hörsystemen beantworteten sie gerne und mit viel Engagement. Sie stellten uns ebenfalls ein Hörtraining vor, das aus einem Training für Ohr und Gehirn besteht. Es hörte sich interessant an. Auch dazu gab es etliche Fragen, die beide kompetent beantworteten.
Es war ein interessanter aufschlussreicher Nachmittag, der uns neue Erkenntnisse im Bereich der Hörsysteme brachte und eine Möglichkeit aufzeigt, wie wir zu schöneren und besseren Hörerlebnissen kommen können.
Bericht zu Veranstaltung zwei und drei: Christine Kaufhold, Monika Thiele.
„Tinnitus – na und!“
Unter diesem Motto fand am Donnerstag, dem 19. Juni in Zusammenarbeit mit der DTL und der SHG Bremen, der Tinnitus-Infotag in Oldenburg statt.
Dieser Infotag war das Ziel der Selbsthilfegruppen aus Kulmbach, Merseburg und Leipzig.
Unsere Dreitagesfahrt starteten wir am Mittwoch, den 18.06.2025, morgens in Kulmbach. Auf dem Weg nach Oldenburg machten wir in Leipzig einen Zwischenstopp und begrüßten die Leipziger und Merseburger an Bord.
Am Mittwochnachmittag erkundeten wir die Altstadt von Oldenburg und tauschten beim Abendessen im historischen Ratskeller Neuigkeiten und Erfahrungen bezüglich Tinnitus und vielen anderen Themen aus.
Auf dem Bad Zwischenahner Meer ließen wir uns am Donnerstagvormittag bei einer Schifffahrt den Wind um die Nase wehen. Dabei erzählte uns der Kapitän interessantes über die Sehenswürdigkeiten und Natur rund um den See. Bei einem anschließenden Stadtbummel in Bad Zwischenahn blieb noch Zeit für Gespräche, einen Kaffee oder Eis.
17.00 Uhr wurde die Gruppe von Gisela Nawroth, Vorstand der DTL und Sprecherin der SHG Bremen, im Kulturzentrum PFL Oldenburg begrüßt.
In ihrem Vortrag „Warum Selbsthilfe“ zeigte sie auf, wie die DTL mit den SHG in ganz Deutschland
zusammenarbeitet und welche Unterstützung die Gruppen bekommen können.
Die anschließenden Vorträge hatten folgende Themen:
„Vom Tinnitus zur Resilienz – aus der Krise lernen“ von Mykola Fink, Leitender Psychologe der Schön-Klinik Bad Bramstedt,
„Tinnitus und Schwerhörigkeit: Hörhilfen – Welche gibt es und welches ist das für mich geeignete Gerät“ von Siegrid Meier, Dipl.-Ing., earlinks, Beratung f. Audiologie +E-Learning + Gaming
Krummesse
„Tinnitus-Bewältigungstraining“ von Patricia Lista, Audio- und Verhaltenstherapeutin, Lista Audiotherapie, Bonn.
Die Vorträge waren spannend und inhaltsreich. Sie brachten uns neue Erkenntnisse und interessante Denkansätze im Umgang mit unserem Tinnitus im Alltag. Nach den Vorträgen beantworteten die
Referenten viele Fragen aus dem Publikum. Auch wir nutzten diese Möglichkeit rege.
Der Abend endete mit einem gemeinsamen Abendessen, wo wir uns über den Tag und die Vorträge nochmals intensiv austauschten.
Am Freitag ging es dann wieder Richtung Heimat.
Auf dem Weg machten wir noch einen Abstecher zur Median Klinik „ Am Burggraben“ in Bad Salzufflen. Im Haus „Wiesenhof“ begrüßten uns Dr. med. Elmar Spyra, Chefarzt der Abteilung HTS (Hörsturz, Tinnitus, Schwindel) und Peter Dieler (Audiotherapeut). Mit einem interessanten Vortrag erklärte uns Dr. Spyra Inhalte und Schwerpunkte einer Reha-Maßnahme in seinem Haus. Die kurze Pause für unsere Stärkung nutzen wir, mit Gesprächen untereinander oder stellten Dr. Spyra schon einige Fragen zu dem eben Gehörten. Ein kurzer Rundgang durch Behandlungsräume und ein Patientenzimmer, welches hörbehindertengerecht ausstattet ist, gab uns Einblick in den Klinikalltag.
Viele Informationen, tolle Gespräche, Kultur und gesellige Stunden – wir freuen uns schon auf unseren nächsten gemeinsamen Ausflug.
Christine Kaufhold, Monika Thiele, Steffi Daubitz
„Erfurt–
die Faszination einer historischen Stadt erleben“
Unter diesem Motto trafen wir uns mit unseren Freunden der SHG‘s aus Kulmbach und Leipzig in der Landeshauptstadt Thüringens. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine fuhr mit dem Bus zur Zitadelle Petersberg, die andere machte sich zu Fuß zum Dom St. Marien auf. Über den Domplatz gelangten wir über die 70 Stufen den Domberg hinauf. Dieser sakrale Bau ist auch heute noch die römisch-katholische Hauptkirche des Bistums Erfurt. In der 81,26 m hohen Kirche befindet sich mit der Gloriosa die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Besonders beeindruckten uns die bunten gotischen Chorfenster, das umfängliche Chorgestühl aus dem14.Jahrhundert sowie die romanischen und hochgotischen Skulpturen. Im Anschluss trafen wir uns alle wieder auf dem Domplatz, wo wir herzlich von einer Stadtführerin begrüßt wurden. Sie führte uns durch die historische Altstadt, vorbei an Fachwerkhäusern und dem Fischmarkt bis zur steinernen Krämerbrücke. Sie ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas nördlich der Alpen. Sie überspannt, die hier „Breitstrom“ genannte, Gera. Die Gesamtlänge der Krämerbrücke beträgt 79 m.
Vor der Gaststätte „Zum goldenen Schwan“ angekommen, wo schon unser Mittagessen auf uns wartete, verabschiedeten wir uns von unserer Stadtführerin.
Nach einem guten Essen und interessanten Gesprächen bummelten wir noch einmal über die Krämerbrücke Richtung Domplatz und schauten uns die vorher beschriebenen und bewunderten Plätze und Gebäude nochmals genauer an. Bei einem Eis tauschten wir uns über die heutigen Eindrücke aus.
Das Wetter überraschte uns mit Sonnenschein, und der Tag mit unseren Freunden konnte nicht schöner sein. Das Gehör arbeitete auf Höchstleistung, um alles aufzunehmen und unser Tinnitus hatte nichts zu sagen.
Wir freuen uns schon auf die nächsten tollen Veranstaltungen.